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Die „Effiziente Gebäude 2018“ – eine Retrospektive


Seit 10 Jahren bringt die Fachkonferenz „Effiziente Gebäude“, vormals als Norddeutsche Passivhauskonferenz bekannt, ExpertInnen und Fachpublikum aus der Baubranche zusammen, um neue Impulse für eine zukunftsorientierte Entwicklung im Planen und Bauen von energieeffizienten Gebäuden zu setzen und den Austausch zwischen den beteiligten AkteurInnen anzuregen.

In diesem Jahr lockte die „Effiziente Gebäude“ am 11. Dezember 2018 über 180 Gäste in die Hansestadt Lübeck. Mit einer Vielzahl an hochkarätigen ReferentInnen gestaltete sich das Konferenzprogramm abwechslungsreich. Im Vormittagsplenum vermittelten Prof. Ingo Lütkemeyer (IBUS Architektengesellschaft mbH), gemeinsam mit Susanne Korhammer (TARA Ingenieurbüro NordWest GmbH & Co. KG) und Vera Litzka (Stadtwerke Neustadt in Holstein), Joost Hartwig (ina Planungsgesellschaft mbH), Karsten Valentin (ZEG mbH) und Hans-Dieter Hegner (Stiftung Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss) anhand beispielhafter Projekte ihre Erfahrungen bei der Planung und Umsetzung von zukunftsorientierten Gebäude- und Energiekonzepten dem gespannten Publikum.

Das es an der Zeit sei, das Bauen der Zukunft neu zu denken, darauf verwies Petra Alten vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat in ihrem einleitenden Grußwort – und betonte die Vorbildfunktion, die energieeffizienten Bauten innewohnt.
Wie sich Ressourceneffizienz im Lebenszyklus eines Nichtwohngebäudes durch die Vermeidung von Verbundstoffen und die Nutzung von Recyclingelementen in der Praxis umsetzen lässt, das veranschaulichten Prof. Ingo Lütkemeyer, Susanne Korhammer und Vera Litzka am beispielhaften Neubau der Stadtwerke Neustadt in Holstein.
Ein vorbildhaftes energieeffizientes Nichtwohngebäude entstand mit dem Studien- und Technologiezentrum Feuchtwangen im Landkreis Ansbach. Architekt Joost Hartwig gewährte dem Publikum Einblicke in die Planung und das Monitoring eines Effizienzhaus Plus im Bildungsbau, das durch die Kombination von Holzbauweise, Eisspeicher und Luftabsorber auch langfristig gesehen wirtschaftlichen Erfolg verzeichnet und sein Versprechen eines energieeffizienten Standortes für Lehre und Forschung einlöst.
„Die DIN-Normen in der TGA sind eine Katastrophe – die stammen aus dem letzten Jahrhundert“ räumt der Projektkoordinator der ersten Passivhaus-Klinik Europas Karsten Valentin nachfolgend zu Beginn seines Vortrages ein und erläutert die Hürden, die das Planungsteam beim Bau der Frankfurter Klinik zu überwinden hatte. Dennoch ist er davon überzeugt, dass sich das Vorhaben auszahlt – mit gutem Grund: Durch die Passivhausbauweise konnte der Primärenergiebedarf des Klinikums nahezu halbiert werden.
Abschließend illustrierte Hans-Dieter Hegner von der Stiftung Humboldt Forum des Berliner Schlosses den historischen Werdegang eines Ortes, an dem bis Ende 2019 mit dem Humboldt Forum ein neues kulturelles Stadtquartier in der Mitte Berlins entsteht, das Raum für Begegnungen und Austausch schafft und durch seine rekonstruierte barocke Fassade sowie die hochmoderne Gebäudetechnik den Balanceakt zwischen städtebaulichen und energetischen Anforderungen vollbringt. 

Daran anknüpfend erhielten die TeilnehmerInnen in den insgesamt 24 Vorträgen der thematisch breit gefächerten Nachmittagsforen aktuelle Einblicke in den urbanen Holzbau, Lösungsansätze für Klimaschutzmaßnahmen in kommunalen Quartieren, Smart-Home-Technologien, nachhaltige Fassadensysteme sowie Förderprogramme für energieeffizientes Bauen in Norddeutschland – eingebettet in den Kontext gegenwärtiger politischer Entwicklungen im Gebäude- und Energiesektor. 

Zum ersten Mal beteiligte sich in diesem Jahr auch die Technische Hochschule Lübeck mit einer Gruppe von Studierenden am Konferenzprogramm, um angehenden Hochschulabsolventen und fachlich Interessierten in einem Modulblog die Möglichkeiten einer zukunftsorientierten, interdisziplinären und praxisorientierten Lehre und Forschung nahezubringen.

Die Bilanz von Peter-M. Friemert, Geschäftsführer der ZEBAU GmbH, fällt am Ende des Tages positiv aus: „Über 180 Gäste sind der Beleg für hohes Interesse an Informationen und Kommunikation zu energieeffizienten Architektur-, Technik- und Quartierskonzepten in Deutschland und den angrenzenden skandinavischen Ländern. Höhepunkt des Vormittagsprogramms war der Vortrag von Hans-Dieter Hegner über den Neubau des Berliner Stadtschlosses: zwischen High-Tech, Museumskunde und historischer Anmutung. Oder wie der Titel richtigerweise versprach: ein Kulturprojekt von Weltrang und Berlins energieeffizienter Mitte. Die Mittagspause bei den gut besuchten Ausstellerständen war erfüllt von Gesprächen." 

Nicht nur die Konferenzinhalte überzeugten, auch der Veranstaltungsort im maritimen Umfeld der Hansestadt erwies sich als gelungene Wahl: Lübecks Hafenbecken und die Stadtsilhouette laden dazu ein, wieder zu kommen.  In diesem Sinne bedankt sich das Team der ZEBAU GmbH bei allen Beteiligten, die zum Gelingen der Konferenz beigetragen haben und hofft auf eine ebenso anregende „Effiziente Gebäude 2019“ und ein Wiedersehen im nächsten Jahr.


Den Tagungsband der "Effizienten Gebäude 2018" in Lübeck finden Sie hier.


Eindrücke von der "Effizienten Gebäude 2018"

Für eine größere Ansicht bitte auf die Bilder klicken.

Quelle: ZEBAU GmbH

Stand Dezember 2018